Werden die Öffentlich-Rechtlichen abgeschaltet? In Deutschland ist das bisher nur eine Debatte. In den USA ist man gerade dabei. Trump hat dem nicht-kommerziellen Rundfunk den staatlichen Geldhahn abgedreht.
Schluß nach 58 Jahren
Am 5. Januar 2026 war es soweit. Die „Corporation for Public Broadcasting“, kurz CPB, löste sich auf. Die Coporation war einer der wichtigsten Geldgeber des nicht-kommerziellen Rundfunks in den USA. Von staatlicher Hand.
Im September 2025 entzog der US-Kongress der CPB nämlich sämtliche Gelder. Die Trump-Regierung baute im letzten Jahr Druck die Institution auf. Der Vorsitzende der CPB warnte, daß es verherrend sei, was dem nicht-kommerziellen Rundfunk in den USA angetan werde.
Tatsächlich können Amerikaner neben CNN, NBC, CBS, ABC und Fox News noch andere Medien konsumieren. Nämlich PBS und NPR. PBS ist grob gesagt eine Senderkette regionaler Fernsehsender. NPR ist mit dem Deutschlandradio vergleichbar. Für Trump sind PBS und NPR „linkslastig“.
In Deutschland sind PBS und NPR gar nicht breit bekannt. Dabei kennt jeder die Sesamstraße, die ihren Ursprung bei PBS hat. Die Nachrichtensendung von PBS ist zudem von hoher Relevanz. Von der Auflösung der CPB machte man in Deutschland jedoch wenig Notiz.
Reale Gefahr
Dabei könnte dieser Abbau der freien Presse auch in Deutschland drohen. Mit dem Erfolg einer Partei, die Rundfunkstaatsverträge kündigen möchte. Zurück bleiben dann große Medienunternehmen und Alternativmedien.
Echter Journalismus ist wichtig. Die vierte Gewalt. Mutige Journalisten, die im investigativen Einsatz den Mächtigen „da oben“ auf die Finger schauen. Das funktioniert nicht mehr, wenn man freie Berichterstattung einschränkt. Und das hätte fast einmal funktioniert. Wären nicht so viele bei der Spiegel-Affäre gegen Adenauer aufgestanden.
In der DDR kannte man praktische Methoden. Vor dem Fernseher. Als Karl-Eduard von Schnitzler abends in die Wohnzimmer schaltete. Mit seinem „Schwarzen Kanal“ wurde gezielt SED-Propaganda verbreitet. Gegen das böse Westfernsehen.
Heute finden Alternativmedien ihre Verbreitung. Deren aus dem Kontext gerissene Informationen lassen sich schnell konsumieren. Wie Junk-Food.
Freie Presse für ein freies Land
Wenn man Trumps Presseraum betrachtet, dann sitzen dort viele Redakteure aus Alternativmedien. Ausgeschlossen sind diejenigen, die sich an Seriöserem versuchen.
Der US-Sender CNN wurde im Jahr 2022 von „Warner Bros“ übernommen. Dabei kam es auch zu einem Führungswechsel. Doch der neue Manager verließ seinen Posten nach einem Jahr wieder. Für zu viele Kontroversen hat er gesorgt, ob das Programm von CNN nun nach rechts rücke.
Trump baut den nicht-kommerzielen Rundfunk ab. Die GEZ-Verweigerer feiern ihn sicherlich dafür. Viel weniger freut sich die Demokratie. Vor einem derartigen Kahlschlag muß sie in Deutschland gerüstet werden. Dann wird das Narrativ, wirklich „Nichts mehr sagen zu können“, Wirklichkeit. Freie Presse ist Indikator für ein freies Land.
Einen „Schwarzen Kanal“ darf es nicht zum zweiten Mal geben.

